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Rennsteig und Oberhof, Technik und Höhlen

04.07.2009

 

Rennsteig und Oberhof, Technik und Höhlen - Neues und Bekanntes aus Thüringen


91 Mitglieder und Freunde der Turnabteilung des TSV 91 nahmen am 4.7.09 an einer Tagesfahrt teil und alle - so auch der älteste Mitfahrer mit fast 91 Jahren - konnten auf einen gelungenen Tag mit vielen interessanten Eindrücken und Erlebnissen zurückblicken.

Auch wenn die 91 nicht unbedingt als Glückszahl gilt, bei diesem Ausflug spielte sie anscheinend schon eine Rolle, denn dieser Tag verlief von Anfang bis zum Ende wie am Schnürchen.


Morgens um halb Acht starteten zwei Busse der Fa. Reifer in Richtung Thüringen. Das Wetter war äußerst angenehm und nicht mehr so schwül-heiß wie an den Tagen zuvor. Deshalb konnten auch alle ohne Probleme an den Exkursionen teilnehmen. Bevor jedoch die erste Besichtigung des Tages in Angriff genommen wurde, stand nach einer zweistündigen Busfahrt erst einmal ein ausgiebiges Frühstück auf dem Programm. Schnell waren mit fleißigen Helfern Tische für ein Buffet aufgebaut.

Brot und Brötchen, Wurst und Käse und andere Schmeckewöhlerchen gab es zur Auswahl und zwar in handlichen Portionen, so dass man alles bequem "aus derr Fusste" essen konnte.

Danach führte ein kleiner Fußmarsch zur Marienglashöhle bei Friedrichroda. Für die meisten war diese Höhle unbekannt. In früheren Jahren wurde hier unter sehr schweren körperlichen Bedingungen das Rohmaterial für Gips abgebaut und zu Stuckgips für die umliegenden Schlösser und Kirchen verarbeitet. Der Name "Marienglashöhle" stammt aber von einer ganz besonders wertvollen Gipsart, die in einer erst spät entdeckten Höhle gefunden wurde. Dieses Material sieht aus wie Kristall und wurde speziell für die Verschönerung von Kirchen und Marienstatuen verwendet, weshalb es dann den Namen Marienglas bekam. Da es in der Höhle ziemlich feucht und kalt, nämlich konstant ca. 8 -10 Grad war, freuten sich alle nach diesem beeindruckenden Ausflug in die Unterwelt, wieder die warme Sonne zu sehen.


Nächste Station war das Technische Museum "Tobiashammer" bei Ohrdruf. Schon wieder etwas, womit die meisten nichts anfangen konnten. Entsprechend skeptisch sahen wir daher der Besichtigung entgegen. Wenigstens gab es in der Zwischenzeit etwas Bekanntes, eine gute Thüringer Rostbratwurst. Zusammen mit einem Schmiedebräu oder einem anderen Getränk wurde so die Zeit bis zur Führung überbrückt. Was dann kam, war schon ziemlich außergewöhnlich und beeindruckend. Nachdem uns ein Begrüßungstrunk serviert wurde, brachte ein sachkundiger Führer die technischen Erläuterungen so kurzweilig und locker an den Mann oder die Frau, als hätte er soeben eine Unterhaltungsshow moderiert. Er konnte sogar diejenigen in den Bann ziehen, die eigentlich an Technik kein großes Interesse haben. Zu sehen gab es durch Wasserkraft in Gang gesetzte Schmiedehämmer aus dem 15. Jahrhundert, die ebenso einfach wie effizient bis in das Jahr 1974 in Betrieb waren. Auch eine der ersten Pressen, mit denen Metall auf Blechstärke gewalzt werden konnte, war sehr interessant. Das größte Staunen und Bewunderung zog aber eine der größten Dampfmaschinen Europas aus dem 19. Jahrhundert auf sich. Dieser Koloss wurde mit Fremddampf betrieben, entwickelte

12 000, in Worten zwölftausend, PS und wurde ebenfalls zum Antrieb von Pressen eingesetzt. Was diese Kraft alles anrichten kann, wenn?s mal nicht wie geplant läuft, konnte man an einer Spundwand sehen, die wie ein Papierfächer zusammengefaltet war. Wohl dem, der da nicht in der Nähe stand!

Wegen der kurzweiligen Führung verging die Zeit wie im Flug und deshalb ging es ohne großen Aufenthalt direkt zur dritten Station, nach Oberhof, dem Wintersportort in Thüringen, wo Langlauf, Biathlon, Rennrodeln und Skispringen national und international ausgetragen wird. Viele Olympiasieger und Weltmeister haben hier trainiert oder Weltcupwettkämpfe bestritten. Bei der Fahrt mit dem Rennsteig-Express bekamen wir einen guten Einblick in die vielfältigen Sportanlagen. Die Zeit zur freien Verfügung nutzten einige bei dem schönen Wetter zum Erkunden der Stadt oder zu einer Tasse Kaffe, einem Eisbecher oder einem Bier in einem der schönen Biergärten.


Und was war jetzt mit dem Rennsteig? Den konnten wir bei all den anderen Aktivitäten nicht auch noch erwandern. Aber auf vielen Hinweisschildern und Wegweisern war uns der Rennsteig in Thüringen allgegenwärtig. Jedoch mehr als ein Stückchen Fahrt mit dem Rennsteig-Express rund um den Markierungsstein "Grenzadler" war nicht drin. Aber was brauchen wir Zwehrener den Rennsteig, wir haben schließlich den Habichtswald , und da kann man auch schön wandern.


Und dann ging`s auch schon wieder heimwärts. Im Bus lies Manfred Lattemann den Tag noch einmal Revue passieren. Viel Neues und Bekanntes hatte uns diese Fahrt beschert und wir sagen der Familie Lattemann ein herzliches Dankeschön für die gute Organisation. Es war ein schöner Sommertag mit tollen Erlebnisse und Eindrücken. Manfred freute sich über den regen Zuspruch und versprach schon jetzt, auch in zwei Jahren wieder eine Fahrt zu organisieren.


Dann lassen wir uns mal überraschen!


Doris Bartke

-Schriftführerin-